Sie wollten sich schon immer mal in der Kunstmalerei versuchen und eigene Werke für die Wohnung oder zum Verschenken erschaffen? Dann trauen Sie sich ruhig, so schwer ist der Einstieg nicht. Ob Acrylmalerei für den leichten Einstieg oder schwierigere Disziplinen wie Aquarellmalerei und Ölmalerei – unsere Tipps sollen Ihnen den Einstieg und die Wahl ein wenig erleichtern und Ihnen einen kleinen Überblick geben. Also, lassen Sie Ihrer kreativen Ader freien Lauf!
Der Einstieg mit Acrylfarben
Das Malen mit Acrylfarben ist der ideale Einstieg in die Kunstmalerei. Wenn Sie mit Acrylfarben ausreichend Erfahrungen gesammelt haben, steht einem Umstieg auf anspruchsvollere Maltechniken wie Öl oder Aquarell nichts mehr im Wege. Im Gegensatz zu den schwierigeren Maltechniken gelingt der Einstieg in die Malerei mit Acrylfarben sehr leicht und Anfänger erzielen sehr schnell gute Ergebnisse. Acrylfarbe lässt sich sowohl dickschichtig mit Struktureffekten und stark deckend auftragen als auch pastellartig und dünnschichtig – ähnlich einem Aquarell. Sie ist sehr vielseitig einsetzbar und kann auf den verschiedensten Untergründen wie Glas, Porzellan, Holz, Pappe, Papier und Textilien aufgetragen werden. Der Vorteil der Acrylmalerei: Sie können direkt loslegen! Während bei aufwendigeren Techniken wie Ölmalerei und Aquarellmalerei Vorbehandlungen wie z. B. Grundierungen nötig sind, können Sie mit Acrylfarben direkt mit den ersten Pinselstrichen auf einem Untergrund Ihrer Wahl beginnen. Die Farben der wasserlöslichen Dispersionsfarben verfügen über eine hohe Leuchtkraft, deshalb lassen sich die Farben auch gut auf dunklen Untergründen verarbeiten.
5 Tipps für den Einstieg mit Acrylfarben
| 1. Acryl-Tubenfarben können direkt aus der Tube verwendet werden oder bei Bedarf mit Wasser verdünnt werden. Geeignete Pinsel sind Borstenpinsel, für Feinarbeiten sind Aquarellpinsel ideal. Um unterschiedliche Stärken zur Verfügung zu haben, ist für Anfänger ein Einsteiger-Set völlig ausreichend. |
| 2. Als Maluntergrund eignen sich alle fettfreien Untergründe: Malpappe, Karton, Papier, Aquarellpapier, Leinwand, Porzellan, Glas, Holz, Ton, Stein, Textilien. |
| 3. Vielschichtige Werke mit Struktur können Sie erzielen, wenn Sie eine Strukturpaste verwenden. Diese ist mit den Acrylfarben mischbar und in unterschiedlichen Stärken und Variationen (z. B. mit Quarzsand) erhältlich. |
| 4. Als Mischpalette eignet sich hervorragend ein einfacher weißer Porzellanteller. Verwenden Sie am Anfang nur kleine Mengen zum Mischen, dann sind auch kleine Tuben sehr ergiebig. |
| 5. Reinigen Sie die Pinsel sofort wenn Sie fertig sind oder eine längere Pause einlegen, damit die Farbe nicht komplett antrocknet. Im feuchten Zustand lassen sich die Pinsel problemlos mit Wasser auswaschen. |
Traumhaft sanfte Aquarelle
Aquarellmalerei ist eine der ältesten Maltechniken. Aquarellfarben sind, wie der Name schon sagt, Farben auf Wasserbasis – sie sind wasserlöslich. Bilder mit Aquarellfarben wirken meistens sehr sanft, da die Farben keine hohe Leuchtkraft haben und während des Malens auch oftmals mit Wasser vermischt werden. So entstehen pastellige Farblandschaften. Der optimale Untergrund zum Malen und der wohl auch am häufigsten verwendete ist Papier. Dieses sollte allerdings für die Verwendung wasserbasierender Farben geeignet sein: Es muss saugfähig und leicht angeraut sein, sollte aber trotzdem über eine genügend glatte Oberfläche verfügen, auf der sich die Farben gut verteilen können. Zu den wichtigsten Grundtechniken in der Aquarellmalerei zählen das Lasieren und Lavieren.
Lasieren: Die Farbe wird sehr stark mit Wasser verdünnt aufgetragen. Der Malgrund muss trocken sein. Während der Arbeit an dem Bild werden neue Farbschichten auf die bereits getrockneten aufgetragen.
Lavieren: Zu der Grundtechnik Lavieren gehören die weiteren Maltechniken Verlauftechnik und Nass-in-Nass-Technik. Hier wird zum Teil auf feuchtem oder nur leicht angefeuchtetem Untergrund gearbeitet, damit die Farben durch ein Ineinanderlaufen einen verwischenden Effekt erhalten.
Die Königsdisziplin: Ölmalerei
Das Malen mit Öl gilt als klassische Königsdisziplin. Der Grund ist die hochwertige Qualität des verwendeten Leinöls, das als Basis der Ölfarben dient. Im Gegensatz zu Acryl- und Aquarellfarben, die sehr schnell trocknen, lassen sich Ölbilder über einen längeren Zeitraum bearbeiten. Je nach Art der Bilder werden trocknungsverzögernde und trocknungsbeschleunigende Mittel eingesetzt. Für dicke, pastose Farbaufträge wird die so genannte Malbutter verwendet, die es möglich macht dickste Farbschichten aufzutragen, ohne dass Risse entstehen. Das Malen mit Ölfarben setzt einige Erfahrung voraus und verlangt ein großes Maß an Vordenken, da sich die Bearbeitung über einen längeren Zeitraum erstreckt. Der Untergrund des Malgrundes muss vorbehandelt und grundiert werden. Gute Haftung haben Ölfarben auf mit Kreidegrund grundierten Leinwänden. Den Abschluss eines Ölgemäldes bildet die Firnis: Die Zwischenfirnis wird jeweils nach der Trocknung einzelner Schichten aufgetragen, die Schlussfirniss nach vollständiger Durchtrocknung des Bildes – das kann je nach dicke der Farben bis zu einem Jahr dauern.
| Tipp zur Pinselreinigung: Nach dem Malen mit Öl reinigen Sie die Pinsel mit Terpentinersatz, den Sie in ein Glas füllen. Halten Sie die Pinsel hinein und putzen Sie sie anschließend ab. Wiederholen Sie diesen Prozess mehrmals und waschen Sie die Pinsel anschließend mit Seife und lauwarmem Wasser gründlich aus. Legen Sie die Pinsel zum Trocknen immer flach hin! | |